Thursday, October 30, 2008

Es ist mir ja fast schon ein bisschen peinlich...

...aber eben auch nur fast ;)
Ich habe mit meinen Eltern den nächsten New York Aufenthalt gebucht. Vom 1.4.-8.4. gehts mit meinen Eltern und meiner Schwester in die Stadt aller Städte :)

Rude People

Situation heute beim Bäcker unmittelbar bei der Uni:
Ich betrete das Geschäft, keine Bedienung weit und breit zu sehen. Ich warte geduldig darauf, dass jemand nach vorne kommt, huste zwischendrin (aus Erkältung, nicht Unhöflichkeit). Irgendwann kam eine Dame hinter das andere Ende der Theke und fängt an, Krümel herunterzufegen. Ich suche ihren Blick, sie sieht mich verständnislos an:
"Bidde?"
"Eine Laugenstange bitte."
"Bidde?"
(lauter) "Eine L-A-U-G-E-N-S-T-A-N-G-E bitte."
Sie kommt endlich an mein Ende der Theke, wo sich auch die Laugenstangen befinden, packt mir wortlos eine ein. Knallt die Tüte auf den Tresen und sagt:
"Achzich."

Da frage ich mich doch: Haben manche Leute weder Erziehung genossen, noch einen normalen Verstand vom Umgang mit Menschen? Ich kann ja jeden verstehen, der morgens noch nicht so super drauf ist, aber sobald ein Kunde den Laden betritt, sollte man sich ein Lächeln aufsetzen und freundlich sein, dann sind die Kunden auch direkt angenehmer.

Wednesday, October 15, 2008

YEAH YEAH YEAH!!!

Tja, was soll ich sagen? Das Leben meint es momentan gut mit mir.
Ich bin in das Begleitfach Medienkommunikation nachgerückt, in das ich soooo gerne wollte, aber leider einen NC von 1,5 hatte.
Morgen nur noch umschreiben gehen und dann kanns los gehen :)

New York Reisebericht

Nach langer langer Zeit stelle ich jetzt hier mal meinen Reisebericht rein:

Anreise – 1. Tag


Dieses Mal ging es für mich am 06.09. los nach Düsseldorf, um dort eine Nacht im Holiday Inn Express zu nächtigen, um nicht nachts zum Flughafen anreisen zu müssen.
Das Hotel war sehr schön und auch das Bett bequem. Um 4 Uhr am nächsten Morgen klingelte dann auch schon mein Wecker und ich lies mir von der Rezeption ein Taxi zum Flughafen bestellen. Mit der S-Bahn wäre es günstiger gewesen, aber ich hatte einfach keinen Nerv, mitten in der Nacht zu Fuß zur Station zu gehen und mein Gepäck mitzuschleppen. Hat incl. Trinkgeld 20€ gekostet und ich wurde direkt zum Terminal gefahren.
Eingecheckt hatte ich schon am morgen vorher, weil ich dieses Mal ganz spezielle Platzwünsche hatte.
Auch ich hatte einen günstigen Flug bei Lan.com erwischt, sodass es für mich erstmal nach London ging. Dort hatte ich mir einen Platz in der ersten Reihe (links) der Economy Class reserviert, sodass ich schnell aus dem Flugzeug kommen konnte, um meinen Anschlussflug (70 Minuten zum Umsteigen) noch zu bekommen. Ein weiterer Vorteil an dem Platz war, dass in dieser 3er Reihe der Mittelsitz ein sehr schmaler Kindersitz war, der nicht vorreserviert werden konnte und gemäß meiner Erwartung auch frei blieb.
Wir landeten pünktlich in London, allerdings war kein Mitarbeiter zur Stelle, um die Treppe ans Flugzeug zu fahren, weshalb wir noch 15 Minuten im stehenden Flugzeug warten mussten. Ich wurde schon ziemlich nervös, als dann endlich die Türen aufgingen und ich rausstürmen konnte. Zu meinem Anschlussflug habe ich es dann trotzdem noch geschafft, wenn auch sehr knapp. Das Gate sollte um 8.35 Uhr schließen und ich kam um 8.37 Uhr angerannt.
Für den langen Flug hatte ich mir einen Platz in der letzten Reihe reserviert, da dies eine Zweierreihe war und ich außerdem kein schlechtes Gewissen haben musste, wenn ich meinen Sitz zurückstelle. Der Weg zur Toilette war auch nicht weit. Meinem Sitznachbar wurde kurz vor Start ein Platz in der Exit Row angeboten, da er dort mehr Beinfreiheit hatte, also hatte ich auch hier zwei Plätze für mich allein. Welch Luxus!
Der Flug verlief unspektakulär, nur schlafen konnte ich nicht. Nachdem ich Landung und Immigration hinter mir hatte, rief ich erstmal Janina an, um mir noch mal genaue Directions zu ihrem Haus geben zu lassen. Ich fuhr mit dem Airtrain bis Jamaica, von dort mit dem E-Train bis Jackson Heights (blöde Drehkreuze da… bin mit meinem Gepäck stecken geblieben) und dort nahm ich dann ein Taxi. Natürlich nicht, ohne noch mal hysterisch bei Janina angerufen zu haben: „Hier sind nur schwarze Taxen und einer hat mich schon angesprochen, ob ich eins brauche. Sind das denn auch die Echten?“
Gegen 14 Uhr Ortszeit kam ich also in Astoria an. Janina und Sean nahmen mich direkt super in Empfang und ich bekam die Deluxe-Tour durchs Apartment, bis hoch zum Rooftop.
Ich zog mich kurz um und dann machte ich mich mit den Beiden auf nach Manhattan. Wir sahen uns das Lincoln Center an und gingen weiter zur Manhattan (?) Mall. Leider ist mein Gedächtnis fast so schlecht wie mein Orientierungssinn, deshalb kann es sein, dass manche Informationen in diesem Bericht nicht so richtig sind.
Vom Hunger getrieben ging es mit der Subway zur Christopher Street, wo wir erstmal nach etwas essbarem suchten und bei einem netten Mexikaner fündig wurden. Danach machten wir noch einen Abstecher in die 55 Bar, wo mein Kopf vor Müdigkeit irgendwann drohte, auf die Bar zu fallen Gegen 22 Uhr machten wir uns wieder auf den Rückweg und ich fiel todmüde ins Bett.



Walking the Big Apple


Das lange Wachbleiben vom Vortag hatte sich gelohnt: An diesem morgen schlief ich himmlisch bis kurz vor 8 Uhr. Nach einer kurzen Dusche fuhr ich dann auch schon los in Richtung Downtown. Habe ich schon erwähnt, kein Gespür für Richtungen und Wege zu haben? Ich stieg also an der 2nd Avenue aus. Mein eigentliches Ziel war der Batterie Park. Gut, dass ich auf der Straße grundsätzlich keine Karten lese, sonst hätte ich gewusst, dass das noch ein ganz schön weiter Weg war Es war jedoch ein wunderschöner sonniger Tag, sodass das Laufen nicht sehr schwer fiel. Ich lief mal links, mal rechts, immer dorthin, wo es nett aussah. Mal war ich in Chinatown, mal am Fluss, kreuz und quer. Unterwegs machte ich an einem Duane Reade halt, um mir etwas zu trinken und das Time Out Magazine zu kaufen und fast am Park angekommen holte ich mir noch ein Sub bei Subway zum mitnehmen.
Damit bewaffnet setzte ich mich in den Park an einen Springbrunnen, sah den anderen Touristen zu, wie sie sich auf die Fähre drängten und genoss den Ausblick zur Freiheitsstatue lieber aus der Ferne. So saß ich knapp zwei Stunden da, aß mein Sub, las die Zeitung und schaute einem etwas verwirrten Hund zu, wie er versuchte, herauszufinden, welcher Wasserstrahl wohl als nächstes in die Höhe spritzen würde.
Auf dem Rückweg wollte ich zu Century 21, mir bequemere Schuhe kaufen. Ich stand auch bestimmt 20 Minuten vor diesen atmungsaktiven Geox Schuhen und habe mir eingeredet, dass sie doch ganz hübsch sind. Ich schwöre! Aber leider, leider gab es sie nicht mehr in meiner Größe und ich entschied mich für ein Paar Pumps von BCBG mit einem tödlichen Absatz.
Des Weiteren habe ich noch eine wundervolle Guess Tasche gefunden, die auch noch mit durfte.
Jetzt wollte ich Janina an der Penn Station besuchen fahren. Ich war ja so stolz, auf Anhieb den richtigen Zug gefunden zu haben und stieg voller Zuversicht aus. Ca. 45 Minuten war ich in den Katakomben der Station unterwegs, um sie zu finden und gab es schließlich auf. Als ich grade die Treppe zur Straße hinaufstieg, sah ich noch ein größeres Gebäude, welches auch zur Penn Station gehörte und versuchte dort mein Glück. Und dort fand ich sie auch. Geradezu begeistert von ihrem neuen Co-Worker, über den man noch nicht mal lästern konnte, da er auch noch deutsch verstand.
Da Janina noch ein paar Stunden arbeiten musste, fuhr ich schon mal zurück nach Queens, meine Einkäufe abladen. Eigentlich wollte ich ja noch mal zurück nach Manhattan fahren, allerdings hatten wir uns irgendwie verquatscht und sind dann nur noch zum Chinese Take-out um die Ecke gegangen und zum Supermarkt. Den Rest des Abends schauten wir Fernsehen, was ja schließlich auch eine Art amerikanische Kultur ist


Regen.


Dieser Tag begann eher faul. Ich konnte mich grade noch motivieren, duschen zu gehen, aber davon musste ich mich auch schon wieder ausruhen. Janina hatte mir morgens sehr süß ein Post-It an die Tür geklebt mit dem aktuellen Wetterbericht für heute: „Morgens sonnig, nachmittags regen “
Bis nachmittags ist ja noch Zeit, dachte ich mir, nahm jedoch vorsichtshalber mal meinen Schirm mit. Gerade, als ich das Haus verlassen hatte, begannen Monsun-artige Regenfälle auf mich nieder zu prasseln. Da half auch mein kleiner Schirm nichts mehr, ich war nass. Ich schaffte es gerade so bis zum Supermarkt, um mir eine Packung Toast, ein Brötchen und Jell-O zu kaufen. Ich weiß, dass das nicht das perfekte Frühstück ist. Ich bin nur meinen Gelüsten gefolgt New York ist übrigens der einzige Ort, wo ich jetzt schon zwei Mal trotz Schirm bei einem fünfminütigen Fußmarsch bis auf die Unterwäsche nass geworden bin. Also ging ich wieder zurück, da sich der Gedanke an eine Erkältung im Urlaub nicht gerade verlockend anhörte und zog mich wieder um und wartete auf ein Ende des Regens.
Das kam dann auch so gegen Mittag. Ich traute mich wieder vor die Tür und diesmal schaffte ich es auch nach Manhattan. Ich stattete Janina wieder einen kurzen Besuch ab, um das neuste über den „reizenden“ Arbeitskollegen zu hören und verabredete mich mit ihr nach Feierabend. Da einem ja hier immer gepredigt wird, man möge sich im Urlaub doch bitte ein Museum anschauen, entschlossen wir uns fürs Museum of Sex. Außerdem gab es dafür $5-Off-Coupons.
Bis dahin waren es aber noch ein paar Stunden und ich lief weiter in Richtung Times Square. Da muss man schließlich mal gewesen sein, wenn man eine Woche in New York ist. Es stellte sich heraus, dass ich es dort immer noch zu überfüllt fand. Ich ging jedoch zu Toys’r’us, um mich ein bisschen um zu sehen, weil ich die Atmosphäre da immer sehr schön fand. Eine riesige Schlange Menschen stand an, um sich eins der neuen Cabbage Patch Kids zu sichern. Ich drehte eine Runde und ging wieder hinaus, diesmal in den M&M Store. Auch da gab es nichts spannendes Neues (wer hätte es gedacht?) und da ich immer noch müde war, machte ich bei McDonald’s Pause, um etwas zu trinken. Dort führte ich noch ein paar Telefonate nach Hause und ging weiter zu Sephora, um dort meinen Mascara zu kaufen, der hier um einiges günstiger als in Deutschland ist. Und schon war es 17 Uhr und ich sprach mich telefonisch mit Janina ab, wo wir uns treffen wollten. Da ich noch nicht so weit weg war, ging ich zurück zur Penn Station und wir besprachen den weiteren Plan. Das Museum hatte nur bis 18 Uhr auf, also disponierten wir um und fuhren stattdessen zur Upper West Side. Dort gingen wir in den Central Park, weil ich noch nie Strawberry Fields gesehen hatte. Es ist kleiner, als ich dachte, aber wenn ich mal obdachlos werde, setze ich mich auch dort den ganzen Tag hin, rauche Joints und höre die Beatles
Wir liefen weiter in den Park, setzen uns an einen See, gingen zu Belverde Castle (na, wer ist stolz auf mich, dass ich den Namen behalten habe??) und spazierten herum, bis es dunkel wurde. Übrigens fühlte ich mich dort zu Zweit in der Dunkelheit auch nicht unbedingt unsicher. Irgendwann verließen wir den Park wieder auf der East Side, um die schönen Häuser anzusehen (O-Ton Steffi: „Wenn ich mal groß bin, möchte ich da drin wohnen! Und dort! Und da auch!“) und einen Starbucks aufzusuchen.
Auf der 5th Avenue in Höhe des Museum of Modern Art stiegen wir in einen Bus, um beim Apple Store wieder auszusteigen. Ich wollte mir noch einen dieser schicken Oberarm-Halter für meinen IPod kaufen. Wer weiß, vielleicht gehe ich damit auch mal öfters joggen…
Es war schon relativ spät, als wir in die Subway stiegen und über die Brücke und nach Queens einen Bus nahmen. Eigentlich wollten wir noch gerne etwas zu Essen beim Italiener mitnehmen, aber die in der Nähe hatten leider alle schon zu, sodass wir in einem kleinen 24-Stunden-Laden ein Glas Nudelsauce kauften und uns selbst Nudeln mit Tomatensauce kochten. Okay, Janina hat gekocht. Aber ich habe moralische Unterstützung oder so geleistet
Noch ein Tipp zum Schluss dieses Tages: Esst niemals Nudeln mit Tomatensauce auf einem Sofa sitzend, wenn ihr eine weiße Jogginghose tragt.


Und nichts kommt, wie man es plant…


Für heute hatte ich mir vorgenommen, über die Brooklynbridge zu spazieren. Janina hat mir am Morgen extra erklärt, mit welcher Subway ich am besten fahre, und wo ich umsteigen muss.
Also packte ich meine Kamera in meine XXL-Tasche und ging motiviert los. Unterwegs wollte ich noch schnell in den Armani Exchange Store am Broadway springen, um meiner Freundin die gewünschten T-Shirts zu kaufen. Was erledigt ist, ist schließlich erledigt. Und T-Shirts sind immerhin auch nicht so schwer, dass man sie nicht mit sich tragen könnte. Das ganze ging auch relativ schnell über die Bühne und ich verließ den Laden wieder. Ein Stück die Straße runter (lag ja auf meinem Weg zur Subway Station) fand ich dann auch noch einen Victoria’s Secret, von wo ich der Freundin meines Bruders Wäsche mitbringen sollte. Auch die wiegt ja nicht die Welt. Schräg gegenüber befand sich dann auch noch ein Duane Reade, wo ich mir überlegte, die von meiner Mutter bestellten Aspirin und die von Mathias Mutter gewünschten Centrum-Vitamintabletten zu erstehen. Außerdem fand ich noch eine prima Riesen-Packung EasyMac Mac and Cheese, eine Menge unbekannter Getränke und das ein oder andere unnütze Zeug. Als ich dort wieder raus kam, dachte ich mir schon, meine Tasche sei ja ein bisschen schwer jetzt, mit all dem Zeug drin. An der Station kam dann das spontane Umdisponieren: Heute geht es nicht mehr auf die Brücke, stattdessen fahre ich zum Bryant Park, ruh mich ein bisschen aus, schaue, ob mein Handy-WLan dort funktioniert und versuche, einen Blick auf das Zelt zu erhaschen. Gesagt, getan. Das mit dem WLan funktionierte übrigens nicht bei mir.
Ich hörte der Musik einer Show zu, die gerade im Zelt zugange war und wollte grade weiter gehen, als sie zu Ende war und viele wichtig aussehende Leute herausströmten. Das ein oder andere Tränchen habe ich beim Anblick der Models vielleicht auch verdrückt. Ich will auch 2m lange Beine haben! Mathias Antwort darauf war übrigens: „Ich mag dich auch mit 1m langen Beinen.“ Das muss Liebe sein!

So fuhr ich mit meinen Einkäufen beladen zurück nach Queens, um mir aus spartechnischen Maßnahmen selbst Mac and Cheese herzubereiten und in meiner Trauer zu schwelgen.
Auf dem Weg zurück in die Stadt rief mich Christian an, der Sohn Bekannter meiner Eltern, der zurzeit ein Praktikum in New York macht. Wir verabredeten uns für abends um 18 Uhr in der Grand Central Station, wo ich übrigens früher am Tag beinah von einem Polizisten mit Maschinengewehr verhaftet wurde, weil ich ihn ein bisschen zu lang anstarrte. Naja, so schlimm wars nicht, aber hätte ja sein können
Als ich wieder in Manhattan war, war es schon kurz vor 17 Uhr, also ging ich erst wieder bei Janina vorbei, um zu sehen, ob sie Lust hat, mitzukommen.
Hatte sie.
Darum stellten wir uns beide um kurz vor 18 Uhr in die völlig überfüllte Halle der GCS und hielten nach Christian Ausschau. Man findet sich ja auch so wahnsinnig leicht da, mitten in der Rush-Hour
Aber irgendwann fanden wir ihn auch und beschlossen gemeinsam zu einem in der Nähe gelegenen Mexikaner zu gehen. Übrigens der, bei dem Janina in der Woche darauf die Open Bar gewonnen hat. Den Zettel hat sie an dem Abend ausgefüllt.
Dort saßen wir also ein paar Stündchen und unterhielten uns, bis die Bedienung schon recht giftig zu uns rüber schaute, weil wir immer noch da saßen.
Gegen 21 Uhr gingen wir dann gemeinsam zur Subway, da Christian auch in Queens wohnte und wir zumindest ein Stück zusammen fahren konnten.


9/11


Heute wollte ich nun wirklich über die Brooklyn Bridge spazieren und danach Ground Zero einen Besuch abstatten, wo vor sieben Jahren die Flugzeuge in die Türme flogen. Zu der offiziellen Memorial Veranstaltung war ich eh zu spät dran.
Also nahm ich die von Janina beschriebene Subway und fand mich dann auch tatsächlich in Brooklyn beim Aufgang wieder. Nur die Idee, mal wieder mit Flip Flops zu laufen, hätte ich verwerfen sollen, die scheuerten nämlich ganz schön. Aber was uns nicht umbringt, macht uns noch härter und so marschierte ich über die Brücke und machte zum ersten Mal in dieser Woche richtig viele Fotos. Naja, was soll ich groß berichten, der Ausblick dort wird sich wohl in letzter Zeit nicht groß verändert haben
Wieder in Manhattan angekommen wollte ich jetzt zur World Trade Center Site. Wenn man den Weg doch wüsste… Immerhin die Richtung war ja nicht schwer zu erkennen. Jedoch hatte ich „Glück“ und ich traf unterwegs eine große Demonstrantengruppe, die laut ihrer Plakate und Hand-Outs auch nach dort hin unterwegs waren. Ich bin immer noch nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass es eine Demo aus verschiedenen Gruppierungen war. Teilweise trugen sie Loose Change T-Shirts, aber auch einige andere waren vertreten. Kurz: Sie demonstrierten gegen die Bush Administration und für die komplette Aufklärung der Anschläge, die ihrer Meinung nach von der Regierung begangen wurden. Naja, ein etwas zweifelhaftes Grüppchen, aber sie kannten den Weg, also ging ich freundlich lächelnd hinterher, immer in der Nähe einer Gruppe Polizisten, damit ja keiner denkt, ich würde zu den Demonstranten gehören.
Gegenüber der Path Station wurde die Demo von der Polizei gestoppt und es war eine wirklich eigenartige Atmosphäre. Sie standen ganz ruhig hinter der Absperrung, eine Reihe Polizisten ihnen gegenüber und auf einmal war die Parolen brüllende Masse sehr ruhig. So standen sie dort eine Zeit lang, drehten sich dann um und gingen. Man muss sich vorstellen, dass das ein paar Hundert Menschen waren, die dort so einheitlich reagierten.
Ich ging auch, allerdings in die andere Richtung und lief am Zaun zu der Baustelle entlang bis zu St. Paul’s Chapel und setzte mich dort ein wenig auf eine Bank. Auf meinem weg zurück entdeckte ich eine Gruppe Menschen, bei denen offensichtlich die Namen der Opfer von 9/11 verlesen wurden. Beim Näherkommen erkannte ich sie als „meine“ Demonstranten. Sie hatten eine kleine Gedenkveranstaltung, die genauestens von schwer bewaffneten Polizisten auf dem benachbarten Dach beobachtet wurde. Sie entzündeten Kerzen gedachten der Opfer. Als die Veranstaltung vorüber war, ging ich weiter und in Richtung Battery Park. Den fand ich allerdings mal wieder nicht auf Anhieb und landete stattdessen an einem kleinen Hafen. Auch sehr nett dort.
Den Battery Park fand ich natürlich dann auch noch, wo eine Wand aufgestellt war, auf der man seinen Namen verewigen konnte, die dann später in einem Museum über den 11.September eingesetzt werden sollte. Ich weiß nicht mehr den genauen Preis, aber es war mir ein bisschen zu viel, um nur meinen Namen aufschreiben zu dürfen. Außerdem war die Schlange ewig lang. Auf einer Wiese war auch ein Meer von Fahnen aufgestellt, um den Zusammenhalt auszudrücken.
Nach einigem Suchen fand ich die nächstgelegene Subway Station, weil ich irgendwie in die falsche Richtung lief und wieder am Aufgang der Brooklyn Bridge rauskam.
Pünktlich um 17 Uhr kam ich bei Janina an der Penn Station raus und wir fuhren gemeinsam wieder nach Queens. Zum Abendessen holten wir uns Pizza und gingen noch einmal im Supermarkt vorbei. Damit blieben wir dann auf dem Sofa und schauten Fernseh.


Janina und Steffi in Action


Die gestrige Pizza musste ich heute Morgen teuer bezahlen. Ich erspare euch die Details, aber ich kann sagen: Es war nicht schön. Ich glaube, ich hatte noch nie solche Magenkrämpfe.
Schlussendlich war aber dann auch ich bereit für etwas Action, und da heute Janinas freier Tag war, wollten wir den Museumsbesuch „auf uns nehmen“. Zuerst hielten wir aber in einem Deli an der Ditmar’s Boulevard Subway Station und frühstückten ganz wunderbar und Amerikanisch
Mit so einer Stärkung kann man sich ja besser auf die Ausstellungen konzentrieren.
Im Museum of Sex gab es derzeit eine Sonderausstellung „Sexlife of Animals“. Schonmal jemand einen Pandaporno gesehen? Janina und ich schon Auf den oberen Etagen ging es dann etwas gewöhnlicher weiter. Wir stellten uns unsere persönliche Gummipuppe zusammen, auch wenn manche unter uns Probleme mit den zur Auswahl stehenden „Haar“farben hatten Wir durften dann am Ende sogar solch eine Puppe durch einen Glaskasten mit Öffnungen anfühlen und können jetzt ganz genau beschreiben, wo da überall Löcher vorhanden sind
Am Ende gab es für uns im Gift Shop noch ein kleines Souvenir in Form eines Buttons ganz nach dem Stil der I Love NY T-Shirts. Nur wurde NY hier durch etwas anderes ersetzt
Jetzt war es aber Zeit für den anständigeren Teil unseres Tages. Ich wollte gerne das Chelsea Hotel sehen und da wir ja eh in der Gegend waren, liefen wir noch ein bisschen durch die Gegend. Es fing langsam an zu regnen, also nahmen wir einen Bus in Richtung Osten und gingen zu Katz’s Delicatessen. Das war auch etwas auf meiner Liste, was ich in diesem Urlaub erledigen wollte. Jetzt weiß ich auch, was Knish ist und dass es ziemlich lecker ist
Und jetzt fing der teure Teil dieses Tages an: Wir fuhren zur Fifth Avenue und erledigten einen kleinen Einkauf bei Tiffany, den ich mir vorgenommen hatte. Und da es regnete und meine Schuhe durchgenässt waren, musste auch noch ein neues Paar bei Zara her. Und weil wir ja noch was Zeit hatten, wollte Janina noch zu GAP, wo natürlich nicht sie etwas kaufte, sondern ich. Das war doch alles ein fieser Trick war das doch!
Jetzt war es an der Zeit, wieder zu fahren. Und zwar zu einer $4-Cocktailbar, in der Janinas ehemalige Arbeitskollegin ihren Abschied feierte. Übrigens hatte ich nirgends Probleme, auch mal einen Cocktail zu trinken. Wahrscheinlich aber auch, weil wir so früh da waren.
Es war ein wirklich netter Abend und am Ende gingen wir noch in einen wirklich lustigen Hot Dog Laden, in dem es eine kleine Telefonzelle gab, über die man die versteckte Bar nebenan betreten konnte. Ich komme vom Dorf, so was Cooles kenne ich nicht! Achja, die Hot Dogs waren auch lecker, da hab sogar ich mal den mit Würstchen gegessen
Ich hoffe, für diesen Tag habe ich nichts vergessen, weil wir echt eine Menge angestellt haben.


EXCUSE US!!!


Oh oh, heute ist der letzte Tag und ich habe noch ein paar Einkäufe zu erledigen
Also machte ich mich auf zu Macy’s, meinem Vater eine Levi’s Jeans kaufen. Danach waren die I Love NY Shirts dran. Und da ich nicht durch die ganze Stadt kurven wollte, um nach dem möglichst billigsten Shirts zu suchen, lief ich in Richtung Times Square. Wie kommt es, dass man diese Souvenir-Lädchen nie findet, wenn man sie sucht?? Letztendlich fand ich dann doch noch einen mit akzeptablen Preisen (5 für $10) und einer Auswahl an Farben und tat, was zu tun war. An dem Zeitpunkt war ich schon reichlich genervt von den ganzen langsam laufenden Massen und Prospekte-Verteilern. Der Ladeninhaber, der mir bei meiner Suche helfen wollte, tat das Übrige. Endlich lief ich mit zwei schweren Tüten (immerhin 10 T-Shirts und zwei Jeans) wieder in Richtung Subway. Auf meinem iPod lief zu der Zeit durchgehend die Bloodhound Gang mit Fire Water Burn. Aggressionsbewältigung.
Dass es in der Station brüllend heiß war und kein Zug kommen wollte, ließ mich schon beinah auf die Gleise springen und nur der Büdchenbesitzer mit seiner eiskalten Diet Coke hielt mich davon ab.
Ich schleppte mich zurück zu Janinas Apartment, wo die Tür sperrangelweit offen stand und ein paar Koffer im Wohnzimmer standen. Aha, Dennis ist angekommen
Nachdem er sich ein wenig erfrischt hatte, sind wir gemeinsam mit Janina und Sean nach Chelsea in eine Gallery gefahren, um eine Ausstellung von David LaChapelle anzuschauen. In die Gallery nebenan gingen wir auch noch, wo ich kurzfristig beschloss, einzuziehen. Meinetwegen können sie auch ihre Bilder da hängen lassen.
Von soviel Stress und Kultur hungrig, wollten wir den Bus zu einem Mexikaner nehmen, der auch in einer Szene von Sex and the City zu sehen war. Leider kam kein Bus und es fing an zu regnen. Kein Ding, denkt sich Steffi, und will lässig ein Taxi heranwinken. Ja nee, is nich. Alle schon besetzt oder nahmen jemand anderes mit. Also begnügte ich mich damit, zu schmollen, während Sean dann doch noch eins bekam.
Das Essen war toll und wir zogen weiter in Richtung eines Irish Pubs, wo ich auf Dennis Empfehlung hin mal einen Apple Martini probierte. Und noch einen. Mann, hab ich lange davor nichts mehr getrunken. Ich war schon ganz schön angeheitert
Janina und Sean legten dann noch eine bühnenreife Interpretation eines Pianisten der New York Philharmonics hin und ich machte ein paar Fotos davon. Und ein wunderschönes von Dennis! (Bitte bitte bitte darf ich das hier einstellen?) Und ein gräßliches von mir selbst
Auf dem weiteren Weg zur Subway gingen wir erst an der Magnolia Bakery vorbei (nur vorbei, die Schlange war zu lang) und dann auch noch zu Carrys Haus. Ein Programm, ganz nach meinem Geschmack
Naja und irgendwo dort auf dem Weg besetzten ein paar Franzosen den gesamten Gehweg. Janina schob sich noch graziös vorbei, doch Dennis, Sean und ich trotteten langsam hinterher. Irgendwann wurde es mir zu blöd und ich lies ein lautes „EXCUSE US!!!“ von mir, wofür ich herzlichst von Sean verarscht wurde, weil er meinte, in dem Ton hätte ich genauso gut „Get the f*** out of my way!!!“ gebrüllt haben können
In der Subway hatten wir dann ein ganzes Abteil nur für uns, was natürlich zu ausgedehnten Akrobatik Übungen an den Haltestangen ausgenutzt wurde. Mann, was ein Abend
Nach Genießen einer Trommelgruppe in der Times Square Station auf Eimern ging es dann zurück in die Wohnung, wo ich in tiefe Träume gefallen bin


Abreise


Der letzte Tag kam wie immer schneller, als erwartet. Ich musste noch meine Koffer packen und wollte erst danach in die Stadt. Das Ganze erwies sich schwieriger als erwartet und erforderte mich, Sean, eine Waage und jede Menge Kraftaufwand. Irgendwann war dann aber doch alles drin und ich schlenderte noch ein bisschen durch Manhattan.
Zuerst ging ich in den Central Park und genoss die Sonne und das wunderbare Wetter, welches mir das Abreisen noch schwerer machte. Ich schaute den Baseball Spielern zu, setzte mich auf eine Bank und hörte Musik. Am Union Square ging ich dann in Richtung Times Square und ein bisschen durch die Läden. Dabei kam noch ein NYPD Shirt für meinen Bruder mit und eine kleine Macy’s Tasche für meine Schwester.
Bald musste ich auch schon wieder zurück nach Queens, wo für 17 Uhr ein Car Service für mich bestellt war.
Den netten Mann am Baggage Drop Off lächelte ich beim Wiegen meines Koffers einfach nieder, der es auch nur bei einem Kommentar zu seiner Schwester, die auch immer mit Übergepäck reist, beließ.
Der Flug war dann ganz okay, wir starteten mit zwei Stunden Verspätung und hatten einige stärkere Turbulenzen, bei denen ich ironischerweise einschlief und erst kurz vor der Landung wieder aufwachte. Ein Blick auf die Uhr sorgte erstmal für Verwirrung: Hatte ich sie falsch umgestellt? In welcher Zeitzone liegt London noch mal? Aber es stimmte und mein Anschlussflug war nur 20 Minuten entfernt. Also ging ich zur nächsten Service Kraft, welche mich direkt auf einen vier Stunden späteren Flug umbuchte. Zu der Frage, wo denn hier ein öffentliches Telefon sei, um meinen Vater, der mich abholen sollte, zu benachrichtigen, beantwortete sie damit, dass sie das sehr gerne für mich übernehmen würde. Zusätzlich bekam ich noch einen 10 Pound Verzehrgutschein. Ich ging direkt durch die Sicherheitskontrolle, geschafft ist geschafft. Die Angestellten dort waren übrigens nicht annähernd so freundlich wie die in Amerika.
Ein weiteres Problem war, dass ich mich heute in der Uni einschreiben wollte und die Einschreibefrist nur noch bis zum Folgetag andauerte. Mann, das machte mich auch ganz schön nervös.
Vollkommen fertig setzte ich mich dann in ein Restaurant, um meinen Gutschein zu ver-frühstücken und dachte mir: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, und rief meinen Vater selbst noch einmal an, ob er erreicht wurde. Wurde er natürlich nicht. Und er war mittlerweile schon fast in Düsseldorf, was immerhin zwei Stunden von uns entfernt liegt. Wie es mein Glück so wollte, hatte er abends einen wichtigen Termin, sodass er wieder umdrehte und ich mit dem Zug heim fahren musste. Und was macht eine selbstbewusste junge Frau mitten in einem Flughafenrestaurant dann? Fängt an zu weinen und ruft zum Trost ihren Freund an Die Leute haben ganz schön komisch geschaut, aber zu meiner Verteidigung war ich vollkommen übermüdet.
Die nächsten Stunden verbrachte ich in der Wartehalle, direkt vor der Abflugstafel, um ja nicht zu verpassen, an welches Gate ich muss. Es fiel mir noch nie so schwer, wach zu bleiben und nicht mit Handgepäck und Laptop auf dem Schoß einzuschlafen.
Endlich, endlich, endlich wurde dann mit etwas Verspätung mein Flug angezeigt und ich kam doch noch in Düsseldorf an. Ich watschelte noch mit all meinem Gepäck und Augenringen bis zum Kinn zum Zoll, die irgendwie eher genervt schienen, dass ich ihnen Arbeit machte und von dort mit dem Düsseldorfer Airtrain zum Bahnhof. Dort wurde natürlich ein Regional Express eingesetzt, wo die Sitzgelegenheiten entweder die Treppe rauf oder runter waren. Ich rammte also ein paar Menschen um mit meinen zwei Koffern und wurde in Bonn abgeholt, wo es erstmal etwas zu Essen für mich gab und ich nach Hause gefahren wurde. Ich war noch nie so froh, in mein Bett fallen zu können